Warum nach dem Urlaub ein kurzer IT-Check sinnvoll ist
„Endlich wieder da.“
Nach einigen Tagen oder Wochen Urlaub beginnt in vielen Unternehmen wieder der normale Arbeitsalltag.
E-Mails werden aufgeholt, Termine nachgearbeitet und liegengebliebene Aufgaben erledigt.
Die IT läuft schließlich wie gewohnt.
Oder?
Gerade nach der Urlaubszeit lohnt sich ein genauerer Blick auf die IT. Während Mitarbeiter abwesend waren, wurden Vertretungen eingerichtet, Zugriffsrechte angepasst, Geräte möglicherweise außerhalb des Unternehmens genutzt und automatische Systeme haben weitergearbeitet.
Dabei können Dinge entstanden sein, die im normalen Tagesgeschäft schnell übersehen werden.
Ein zusätzlich eingerichteter Benutzerzugang ist noch aktiv. Ein Mitarbeiter nutzt weiterhin die Rechte seiner Urlaubsvertretung. Ein Laptop wurde mit in den Urlaub genommen. Oder im Backup ist bereits seit Tagen ein Fehler aufgetreten, den niemand bemerkt hat.
Deshalb gilt:
Nach dem Urlaub ist vor dem nächsten Sicherheitscheck.
Mit einem kurzen Rundgang durch die wichtigsten Bereiche lassen sich viele dieser Punkte schnell überprüfen.
1. Temporäre Zugriffsrechte wieder entfernen
Vor dem Urlaub wurden häufig Vertretungen organisiert.
Damit Mitarbeiter ihre Kollegen vertreten konnten, wurden zusätzliche Berechtigungen vergeben.
Zugriff auf Postfächer, Dateien, Anwendungen oder bestimmte Systeme wurde erweitert.
Das war notwendig.
Aber war es auch nur vorübergehend?
Genau hier liegt ein häufiges Problem.
Was für zwei Wochen gedacht war, bleibt manchmal einfach bestehen.
Deshalb sollte nach der Rückkehr geprüft werden:
- Welche zusätzlichen Berechtigungen wurden während des Urlaubs vergeben?
- Werden diese noch benötigt?
- Gibt es temporäre Benutzerkonten?
- Wurden externe Zugänge eingerichtet?
- Haben Mitarbeiter noch Zugriff auf Systeme ihrer Kollegen?
Das Prinzip ist einfach:
Was nicht mehr benötigt wird, sollte wieder entfernt werden.
Je weniger unnötige Zugriffsrechte existieren, desto kleiner ist auch die Angriffsfläche.
2. Geräte kontrollieren, die unterwegs genutzt wurden
Laptop eingepackt, Smartphone eingepackt und los geht's.
Arbeiten von unterwegs gehört mittlerweile für viele Unternehmen zum Alltag.
Gerade im Urlaub werden Unternehmensgeräte aber häufig in anderen Umgebungen eingesetzt:
Hotel, Flughafen, Bahn, Ferienwohnung oder öffentlicher WLAN-Zugang.
Nach der Rückkehr lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf die Geräte.
Sind alle Updates installiert?
Funktioniert der Viren- und Bedrohungsschutz?
Gibt es ungewöhnliche Meldungen?
Wurden möglicherweise neue Programme installiert?
Und wurde das Gerät während des Urlaubs mit fremden USB-Sticks, Ladestationen oder anderen Geräten verbunden?
Es muss nicht automatisch etwas passiert sein.
Aber ein kurzer Check ist deutlich einfacher, als später einem unbekannten Problem hinterherzulaufen.
3. E-Mail-Postfächer auf verdächtige Aktivitäten prüfen
Nach dem Urlaub wartet meistens eines ganz sicher:
Ein volles Postfach.
Hunderte E-Mails werden schnell überflogen. Wichtige Nachrichten werden beantwortet und der Rest landet im Archiv oder Papierkorb.
Genau diese Situation kann für Phishing-Angriffe interessant sein.
Eine Nachricht kann bereits einige Tage alt sein und trotzdem noch relevant sein.
Deshalb sollte man bei der Aufarbeitung nicht nur auf neue Nachrichten achten, sondern auch auf ungewöhnliche Aktivitäten:
- Gibt es verdächtige Anmeldeversuche?
- Wurden ungewöhnliche E-Mails versendet?
- Gibt es Regeln oder Weiterleitungen, die niemand eingerichtet hat?
- Wurden Nachrichten automatisch in andere Ordner verschoben?
- Gibt es Hinweise auf kompromittierte Benutzerkonten?
Besonders wichtig sind automatische Weiterleitungen.
Wenn ein Angreifer Zugriff auf ein E-Mail-Konto erhält, kann eine Weiterleitung eingerichtet werden, über die vertrauliche Nachrichten unbemerkt nach außen gelangen.
Eine kurze Kontrolle kann hier viel wert sein.
4. Backups: Ist während des Urlaubs alles gelaufen?
Backups sind ein gutes Beispiel für eine Aufgabe, die gerne einfach „laufen gelassen“ wird.
Das System erstellt schließlich automatisch Sicherungen.
Doch automatisch bedeutet nicht automatisch erfolgreich.
Während des Urlaubs kann beispielsweise ein Backup-Lauf fehlschlagen, ein Speicher voll laufen oder ein Zielsystem nicht erreichbar sein.
Wenn niemand die Meldungen kontrolliert, kann dieser Fehler mehrere Tage unbemerkt bleiben.
Deshalb gehört nach dem Urlaub ein kurzer Blick auf die Backup-Systeme dazu:
- Wurden alle geplanten Sicherungen durchgeführt?
- Gab es Fehlermeldungen?
- Sind alle wichtigen Systeme enthalten?
- Ist ausreichend Speicher vorhanden?
- Gibt es aktuelle Wiederherstellungspunkte?
Noch besser:
Nicht nur prüfen, ob das Backup erfolgreich war – sondern regelmäßig testen, ob sich Daten auch wirklich wiederherstellen lassen.
Denn ein Backup ist erst dann wirklich wertvoll, wenn es im Ernstfall funktioniert.
5. Sicherheitsupdates nachholen
Während des Urlaubs wurde vielleicht nicht jedes Gerät benutzt.
Updates wurden möglicherweise verschoben, Neustarts nicht durchgeführt oder Installationen bewusst zurückgestellt.
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, diese Themen wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.
Prüfe insbesondere:
- Windows und andere Betriebssysteme
- Microsoft 365 und Office-Anwendungen
- Browser
- Server
- Firewalls
- Netzwerkkomponenten
- wichtige Fachanwendungen
- mobile Geräte
Dabei geht es nicht darum, blind jedes verfügbare Update sofort zu installieren.
Wichtig ist vielmehr, dass sicherheitsrelevante Updates nicht dauerhaft liegen bleiben und bekannte Schwachstellen geschlossen werden.
6. Mitarbeiter für „Post-Urlaubs-Phishing“ sensibilisieren
Nach dem Urlaub ist die Aufmerksamkeit häufig an anderer Stelle.
Die Mitarbeiter wollen ihre E-Mails aufarbeiten, Kundenanfragen beantworten und möglichst schnell wieder auf den aktuellen Stand kommen.
Das wissen auch Cyberkriminelle.
Eine vermeintliche Nachricht vom Chef:
„Ich brauche noch schnell die Unterlagen aus dem Projekt.“
Eine angebliche Rechnung:
„Bitte bis heute überweisen.“
Oder eine Nachricht von Microsoft:
„Ihr Konto muss erneut bestätigt werden.“
Je größer der E-Mail-Rückstau, desto leichter kann eine einzelne Nachricht übersehen werden.
Deshalb lohnt sich gerade nach dem Urlaub ein kurzer Hinweis an die Mitarbeiter:
Nicht jede E-Mail muss sofort beantwortet werden.
Bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen, Passwortanfragen oder Links zu angeblichen Login-Seiten gilt weiterhin:
Kurz innehalten, Absender prüfen und im Zweifel über einen bekannten Kommunikationsweg nachfragen.
7. Prüfen, was während des Urlaubs eigentlich passiert ist
Der vielleicht wichtigste Punkt kommt zum Schluss.
Nicht nur die Technik sollte kontrolliert werden.
Auch die Erfahrungen aus der Urlaubszeit sind wertvoll.
Gab es Probleme?
Musste jemand auf Systeme zugreifen, für die eigentlich keine Berechtigung vorhanden war?
Hat ein Mitarbeiter plötzlich festgestellt, dass ein wichtiger Ansprechpartner nicht erreichbar war?
Gab es IT-Ausfälle?
Sind Prozesse entstanden, die vorher niemand auf dem Schirm hatte?
Dann sollte man diese Erkenntnisse nicht einfach wieder vergessen.
Denn genau daraus lassen sich Verbesserungen ableiten.
Vielleicht braucht ein Mitarbeiter künftig dauerhaft eine bestimmte Berechtigung.
Vielleicht sollte ein Prozess für Urlaubsvertretungen klarer definiert werden.
Vielleicht fehlt eine Dokumentation.
Oder vielleicht zeigt sich, dass bestimmte Systeme besser überwacht werden sollten.
Urlaub ist damit auch ein kleiner Praxistest für die IT-Organisation.
Der 30-Minuten-Check nach dem Urlaub
Wer nicht gleich einen kompletten IT-Audit durchführen möchte, kann mit einem kurzen Check beginnen.
0–5 Minuten: Zugriffsrechte prüfen
Temporäre Berechtigungen, Benutzerkonten und externe Zugänge kontrollieren.
5–10 Minuten: Geräte kontrollieren
Updates, Sicherheitsstatus und ungewöhnliche Meldungen auf den unterwegs genutzten Geräten prüfen.
10–15 Minuten: E-Mail und Microsoft 365 prüfen
Anmeldeaktivitäten, Weiterleitungen und verdächtige Nachrichten kontrollieren.
15–20 Minuten: Backup prüfen
Sicherungsstatus, Fehlermeldungen und Wiederherstellungspunkte kontrollieren.
20–25 Minuten: Updates prüfen
Offene sicherheitsrelevante Updates identifizieren und nachholen.
25–30 Minuten: Erfahrungen sammeln
Was hat während des Urlaubs nicht funktioniert? Welche Berechtigungen oder Prozesse sollten dauerhaft angepasst werden?
30 Minuten reichen natürlich nicht aus, um die komplette IT-Sicherheit eines Unternehmens zu überprüfen.
Aber sie reichen aus, um die häufigsten Punkte nach einer Urlaubsphase einmal bewusst anzuschauen.
Der eigentliche Sicherheitsgewinn kommt danach
Ein IT-Check nach dem Urlaub sollte nicht nur dazu dienen, Fehler zu finden.
Er sollte vor allem zeigen, wo das Unternehmen besser werden kann.
Wenn beispielsweise regelmäßig temporäre Zugriffsrechte vergeben werden, sollte geprüft werden, ob diese automatisch wieder entfernt werden können.
Wenn Backups zwar laufen, aber niemand die Ergebnisse kontrolliert, kann Monitoring helfen.
Wenn Sicherheitsupdates regelmäßig liegen bleiben, kann ein automatisierter Update-Prozess sinnvoll sein.
Und wenn niemand genau weiß, wer bei einem IT-Problem während des Urlaubs zuständig ist, sollte die Vertretungsregelung verbessert werden.
Aus kleinen Beobachtungen können so langfristig bessere Prozesse entstehen.
Fazit: Nach dem Urlaub nicht einfach weitermachen wie vorher
Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub ist meistens voll genug.
Trotzdem lohnt es sich, ein paar Minuten für die IT einzuplanen.
Denn während der Abwesenheit können sich Berechtigungen, Geräte, Backups und Sicherheitsmeldungen verändert haben.
Die wichtigsten Fragen sind deshalb schnell gestellt:
- Sind alle temporären Zugriffe wieder entfernt?
- Sind die unterwegs genutzten Geräte sicher und aktuell?
- Gibt es ungewöhnliche Aktivitäten in den E-Mail-Konten?
- Sind die Backups erfolgreich gelaufen?
- Sind sicherheitsrelevante Updates installiert?
- Und was hat während des Urlaubs vielleicht nicht so funktioniert, wie es sollte?
Wer diese Fragen regelmäßig stellt, verbessert nicht nur die Sicherheit.
Er sorgt auch dafür, dass die IT im Alltag zuverlässiger funktioniert.
Denn gute IT-Sicherheit besteht nicht aus einem einzigen großen Sicherheitsprojekt.
Sie entsteht durch viele kleine Kontrollen, klare Prozesse und die Bereitschaft, aus Problemen zu lernen.
Unterstützung bei IT-Sicherheit und IT-Support
Du möchtest wissen, ob deine IT auch während Urlaub, Krankheit oder Ausfällen zuverlässig funktioniert?
Matoni IT unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei IT-Sicherheit, IT-Support, Monitoring und der Absicherung ihrer IT-Infrastruktur.
Sprich uns gerne an – bevor aus einem kleinen IT-Problem ein großes wird.


