Der Grund: Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht aus, wenn ein Mitarbeiter auf eine täuschend echte E-Mail hereinfällt.
Angreifer werden immer geschickter. Phishing-Mails sind heute oft kaum noch von echten Nachrichten zu unterscheiden – sie wirken professionell, nutzen bekannte Logos und erzeugen gezielt Druck oder Dringlichkeit.
Die gute Nachricht: Wer weiß, worauf er achten muss, kann Phishing-Mails in vielen Fällen trotzdem erkennen. Dieser Beitrag zeigt dir, welche Merkmale verdächtig sind – und wie du deinen Mitarbeitenden helfen kannst, sicherer zu werden.
Warum Phishing so gefährlich ist
Ein einziger Klick auf einen Phishing-Link kann erheblichen Schaden anrichten:
- Zugangsdaten werden abgegriffen und Konten übernommen
- Schadsoftware oder Ransomware wird auf dem System installiert
- Angreifer erhalten Zugriff auf interne Systeme und Daten
- Betrügerische Überweisungen werden ausgelöst (CEO-Fraud)
Viele dieser Angriffe beginnen mit einer einzigen E-Mail – und einem einzigen Klick.
Typische Merkmale von Phishing-Mails
1.) Unbekannter oder verdächtiger Absender
Schaue genau auf die tatsächliche E-Mail-Adresse des Absenders – nicht nur auf den angezeigten Namen.
Angreifer nutzen oft Adressen wie support@microsoft-helpdesk.com oder ähnliche Konstrukte, die auf den ersten Blick seriös wirken.
2.) Dringlichkeit und Druckaufbau
Phishing-Mails erzeugen häufig künstlichen Druck: „Dein Konto wird in 24 Stunden gesperrt",
„Sofortige Handlung erforderlich" oder „Deine Zahlung ist fehlgeschlagen".
Dieser Zeitdruck soll dazu verleiten, ohne Nachdenken zu handeln.
3.) Verdächtige Links
Fahre mit dem Mauszeiger über einen Link, ohne zu klicken.
In der Statusleiste oder im Tooltip siehst du die tatsächliche Zieladresse.
Stimmt diese nicht mit dem angezeigten Text überein oder führt sie auf eine fremde Domain, ist Vorsicht geboten.
4.) Anhänge, die nicht erwartet wurden
Anhänge wie .exe, .zip, .docm oder .xlsm können Schadsoftware enthalten.
Öffne keine Anhänge, die du nicht erwartest – auch dann nicht, wenn der Absender scheinbar bekannt ist.
5.) Unpersönliche Anrede
Phrasen wie „Sehr geehrter Kunde" oder „Lieber Nutzer" ohne namentliche Ansprache deuten oft auf Massen-Phishing hin. Echte Anbieter sprechen dich in der Regel mit deinem Namen an.
6.) Schlechte Sprache oder seltsame Formulierungen
Viele Phishing-Mails enthalten Rechtschreibfehler, unnatürliche Formulierungen oder merkwürdige Satzkonstruktionen. Das kann ein Hinweis auf automatisch übersetzte Texte sein.
7.) Aufforderung zur Eingabe von Zugangsdaten
Seriöse Unternehmen fordern dich niemals per E-Mail auf, dein Passwort oder andere Zugangsdaten einzugeben.
Klickst du dennoch auf einen Link, prüfe die URL der aufgerufenen Seite genau.
8.) Zu gut, um wahr zu sein
Unerwartete Gewinne, Erbschaften oder Geldforderungen mit verlockendem Angebot sind klassische Merkmale von Betrug. Wenn etwas zu gut klingt, ist Skepsis angebracht.
Was tun, wenn eine E-Mail verdächtig wirkt?
- Nicht auf Links klicken und keine Anhänge öffnen
- Den vermeintlichen Absender über einen anderen Kanal kontaktieren und verifizieren
- Die E-Mail an die IT-Abteilung oder den IT-Dienstleister weiterleiten
- Im Zweifelsfall: löschen
Wichtig: Wer eine verdächtige E-Mail meldet, hat nichts falsch gemacht – auch dann nicht, wenn sie sich als harmlos herausstellt. Eine offene Meldekultur ist ein wichtiger Bestandteil der IT-Sicherheit.
Phishing durch Schulungen dauerhaft reduzieren
Einmalige Hinweise reichen nicht aus. Phishing-Angriffe werden immer professioneller und passen sich an aktuelle Ereignisse an.
Regelmäßige Schulungen und simulierte Phishing-Tests helfen dabei, die Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden dauerhaft zu schärfen.
Unternehmen, die regelmäßig Phishing-Simulationen durchführen, verzeichnen deutlich weniger erfolgreiche Angriffe.
Fazit: Mitarbeitende sind die wichtigste Verteidigungslinie
Technische Schutzmaßnahmen können viele Phishing-Mails herausfiltern – aber nicht alle. Ein geschulter und aufmerksamer Mitarbeitender ist deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil jeder IT-Sicherheitsstrategie.
Du möchtest deine Mitarbeitenden für das Thema Phishing sensibilisieren oder eine Phishing-Simulation in deinem Unternehmen durchführen?
Wir unterstützen dich dabei gerne.


